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Erklären Sie die beobachteten Resultate!
Röhrchen A, pH 6-7, leichte Trübung. Durch die Hitzedenaturierung werden apolare Regionen der Polypeptidkette exponiert, die im nativen Zustand im Inneren verborgen sind. Die exponierten hydrophoben Regionen weichen dem Kontakt mit dem Wasser aus, indem sie intermolekulare Aggregate bilden. Damit erklärt sich die verminderte Löslichkeit.
Röhrchen B, klare Lösung. Die Zugabe von NaOH in Röhrchen B erhöht den pH-Wert der Lösung (pH 11-12) und bewirkt eine Deprotonierung und damit eine erhöhte negative Nettoladung des Proteins. Dadurch stossen sich die einzelnen Proteinmoleküle ab: Die Aggregation des hitzedenaturierten Proteins wird dadurch vermindert, d.h. die Löslichkeit verbessert (klare Lösung in Röhrchen B).
In Röhrchen D wird angesäuert (pH 2-3) und damit eine positive Nettoladung erzeugt, welche die Aggregation der hitzedenaturierten Proteine verhindert.
In Röhrchen C (stärkste Trübung) wird der pH-Wert in den Bereich des IEP von Serumalbumin (IEP ~4.8) eingestellt. Die Nettoladung ist damit ungefähr gleich Null und der hydrophobe Effekt führt, ungehemmt durch elektrostatische Abstossung, zur intermolekularen Aggregation der hitzedenaturierten Proteine.
In Röhrchen E und F wird Serumalbumin durch die Fällungsreagenzien Perchlorsäure und Trichloressigsäure ohne Erhitzen vollständig ausgefällt (siehe Lexikoneinträge).
In Röhrchen G wird Serumalbumin durch die zugegebene HCl (pH ~1) denaturiert, fällt jedoch, wie in Röhrchen D, nicht aus.
Wie lässt sich nachweisen, ob und wieviel Serumalbumin in Röhrchen A-D nach der Hitzedenaturierung noch in Lösung ist?
- Qualitativer Nachweis: Zugabe eines Fällungsreagenz wie Perchlorsäure oder Trichloressigsäure (wie im Röhrchen E und F)
- Quantitativer Nachweis: Messung der Absorption bei 280 nm (Tryptophan- und Tyrosinreste) und Vergleich mit der Absorption einer Serumalbuminlösung bekannter Konzentration.
Wie wird die Löslichkeit eines Proteins bei gegebenen Bedingungen bestimmt und angeben?
Eine Lösung mit so hoher Proteinkonzentration herstellen, dass ein Niederschlag entsteht.
Der Überstand entspricht einer gesättigten Lösung.
Die Löslichkeit eines Proteins wird als Konzentration der gesättigten Lösung angegeben.
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© bipweb Biochemische Praktika für Studierende der Medizin, Webunterstützung Biochemisches Institut der Universität Zürich, Impressum. letzte Änderung, PI, 12.08.2005 Rückmeldung |
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