Eisenmangel ist ein häufiges Krankheitsbild mit unspezifischen Symptomen. Die Folgeerscheinung ist die Eisenmangelanämie.

Die Eisenmangelanämie

  • ist morphologisch eine mikrozytäre Anämie
  • ist eine hyporegeneratorische Anämie (tiefe Retikulozytenzahl)
  • ist die häufigste Anämie weltweit (in westlichen Ländern v.a. bedingt durch chronische Blutungen, in Drittweltländern v.a. bedingt durch Mangel in der Ernährung)
  • entsteht aufgrund einer gestörten Hämoglobinsynthese bei vermindertem Körpereisen (leere Eisenspeicher)

Klinisch relevante Fakten zur Bestimmung von Kenngrössen des Eisenhaushalts

Versuchen Sie die folgenden Fragen welche im 3. - 6. klinischen Jahr auftauchen (siehe VAM, Differentialdiagnose innere Medizin, Eisenmangelanämie) zu beantworten.

 

  1

trifft zu

trifft nicht zu

Die Eisenkonzentration im Serum ist als Messgrösse für die Diagnose eines Eisenmangels ungeeignet, da der Serumeisenspiegel starken Schwankungen unterworfen ist.

Das Serumeisen ist z.B. bei entzündlichen Prozessen vermindert, trotz normalem Speichereisen.

Das Serumeisen ist ein Mass für die akute Eisenvergiftung

Die Serumeisenkonzentration wird über die Bestimmung des Transferrins (= total Eisenbindungsskapazität) gemessen

richtige Antwort

 

  2

trifft zu

trifft nicht zu

Das Plasmaeisen ist die Drehscheibe des Eisenstoffwechsels

Eisenspeicher im Organismus sind Ferritin und Hämosiderin

Gesättigtes Transferrin wird zu den Eisenspeichern gezählt

Bei Eisenmangel sind die Eisenspeicher geleert

Die Plasmaferritinbestimmung ist ein besserer Indikator bei Eisenmangel als die Bestimmung des Plasmaeisens

richtige Antwort

 

  3

trifft zu

trifft nicht zu

Tiefe Plasma- und Serumferritinwerte sind beweisend für einen Eisenmangel

Erhöhte Ferritinwerte kommen bei chronisch entzündlichen Prozessen, bösartigen Tumoren und Lebererkrankungen vor

Wahrscheinlich leiden etwa 20% der Weltbevölkerung an einem Eisenmangel

Eisenmangel kann durch unzureichende Eisenzufuhr, durch mangelnde Nahrungszufuhr oder -resorption entstehen

Einem Eisenmangel kann ein erhöhter Eisenverlust durch Darmblutungen bei Krebs oder Ulcera (= Magen- und Dünndarmgeschwür = Schleimhautdefekte) zugrunde liegen.

Einem Eisenmangel kann ein erhöhter Bedarf in der Schwangerschaft und während des Wachstums zugrunde liegen

       richtige Antwort

Laborbefunde

Versuchen Sie die erwarteten Laborbefunde bei den erwähnten Störungen anzugeben.

Laborparameter

Abk.

Bei Eisenmangel

Bei Eisenmangelanämie

Eisenüberladung (Hämochromatose)

Hämoglobinkonzentration im Blut

Hb

Erythrocytenkonzentration im Blut

Ec

Mittleres korpuskulares Volumen der Erythrocyten

MCV

Mittlerer Hämoglobingehalt pro Erythrocyt

MCH

Anzahl der Retikulozyten im Blut

Reti

Serumferritin

Ferritin

Serum- bzw. Plasmaeisen

Fe

Transferrin

Tf

Transferrinsättigung

TfS

Wichtigste Kenngrösse für Diagnose

 

richtige Antwort